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Das Ende des Maschenateliers? Und dann kam ein neuer Anfang.

Collage: Sandra mit buntem Garn, daneben eine Aufnahme des Notfalleinsatzes. Schriftzug: „Das Ende? Ein neuer Anfang.“

Mein Traum, mein Maschenatelier, mein Baby … Wie schön kann das Leben sein, wenn man so ein Schätzchen hat?

Und dann steht plötzlich alles still.

Eines Morgens wache ich schreiend auf. Nichts geht mehr. Die Schmerzen sind kaum auszuhalten. Nur am Rande bekomme ich mit, wie mein Mann mich in den Arm nimmt und versucht, mich zu beruhigen.

Auf einmal steht eine Notärztin im Wohnzimmer. Wie bin ich da eigentlich hingekommen? Sie gibt mir eine Spritze. Als ich das nächste Mal einigermaßen klar denken kann, liege ich in einem Krankenhausbett und bin ziemlich benommen. Oder, wie ich es damals wohl gesagt hätte: „leicht high“.

Die Diagnose: ein schwerer Bandscheibenvorfall.

Nach zwei Operationen ist klar: So wie vorher wird es nicht mehr sein. Eine dritte, wirklich große OP sage ich kurz vor dem geplanten Termin ab.

Als mein Traum immer weiter wegrückte

Das Maschenatelier rückt nach und nach in den Hintergrund. Ich schaffe es einfach nicht mehr. Mein Mann Marcus, den viele von euch als „Woolyguy“ kennen, hält noch so viel aufrecht, wie er kann. Aber irgendwann schafft auch er es nicht mehr allein.

„Lieber Schatz, an dieser Stelle: Danke für deine unendliche Hilfe. Für alles, was du übernommen und mitgetragen hast.“

Und dann fühlt es sich an, als wäre er dahin. Mein Traum.
Ich kann euch gar nicht sagen, wie viele Tränen ich in dieser Zeit vergossen habe. Wie sehr mir das Färben fehlte. Die Farben, die Wolle, die Möglichkeit, meine Ideen mit den Händen Wirklichkeit werden zu lassen. Und vor allem: der Kontakt mit euch.

Einer hat meinen Traum nie aufgegeben

Marcus glaubte weiter an das Maschenatelier. Auch dann, als ich selbst kaum noch wußte, wie es weitergehen soll.

Er ermutigte mich, redete mir gut zu, machte mir einen Neustart schmackhaft – und rückte mir manchmal auch liebevoll den Kopf gerade.

Währenddessen veränderte er im Hintergrund still und leise die Abläufe. Vereinfachte Dinge, automatisierte, was sich automatisieren lässt, und bereitete damit Stück für Stück einen neuen Anfang vor.

Bis er irgendwann sagt:

„So, du fängst jetzt wieder an mit dem Maschenatelier. Natürlich nur, wenn du willst.“

Und wie ich will!

Da laufen sie wieder, die Tränen. Diesmal vor Freude, vor Rührung und vor diesem Gefühl, für das es eigentlich nur eine Beschreibung gibt: zu viele Emotionen auf einmal.

Wir fangen an, den Neustart zu planen und vorzubereiten. Es gibt unglaublich viel zu tun. Es ist aufregend, anstrengend und manchmal auch ganz schön stressig.

Und trotzdem fühlt es sich so richtig an.

Endlich wieder nach Hause

Jetzt merke ich erst, wie sehr mir das alles gefehlt hat. Mein Maschenatelier. Das Färben. Und ganz besonders ihr.

Wieder mit euch ins Gespräch zu kommen, Farben zu teilen und von euren Projekten zu hören – darauf habe ich mich so sehr gefreut.

Es wird nicht alles wie früher. Aber es geht wieder los.

Und für mich fühlt sich das an wie: endlich wieder nach Hause.

Eure Sandra