Maschenkino â wie aus einer Idee ein echtes Herzensprojekt wurde đ§¶đŹ

Stricken im Kino? Klingt erst einmal ungewöhnlich, oder? Aber manchmal entstehen aus den ungewöhnlichsten Ideen die schönsten Erlebnisse. Und genau so war es bei unserem Maschenkino.
Von Skandinavien nach Dortmund
Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich zum ersten Mal vom Strickkino gehört habe. In skandinavischen LÀndern gab es das schon lÀnger, ebenso in StÀdten wie Wien oder London.
Und ich dachte sofort: Warum eigentlich nicht auch bei uns in Dortmund?
Denn mal ehrlich: Wer gerne strickt oder hĂ€kelt, kennt das doch. Abends gemĂŒtlich auf dem Sofa sitzen, einen schönen Film oder die Lieblingsserie einschalten und dabei die Nadeln klappern lassen. FĂŒr viele von uns gehört das einfach zusammen.
Aber im Kino? Da soll man schlieĂlich stillsitzen, und im Dunkeln sieht man seine Maschen nicht.
Also warum nicht einfach ein Kino schaffen, in dem genau das erlaubt und sogar ausdrĂŒcklich erwĂŒnscht ist?
Gemeinsam mit dem wunderbaren Team der Schauburg Dortmund wurde aus meiner Idee schlieĂlich Wirklichkeit. Am 25. Mai 2025 fand unser erstes Maschenkino statt.
Und was soll ich sagen? Es war der Beginn von etwas wirklich Schönem.
Wenn im Kinosaal die Nadeln klappern
Das Besondere am Maschenkino ist eigentlich ganz einfach: Wir schauen gemeinsam einen schönen Film, aber niemand muss seine Handarbeit zu Hause lassen.
Die Beleuchtung bleibt so weit eingeschaltet, dass man seine Maschen erkennen kann. Manche bringen zusĂ€tzlich kleine LĂ€mpchen mit, die sie um den Hals tragen. Und wĂ€hrend auf der Leinwand die Geschichte lĂ€uft, entstehen in den Kinosesseln Socken, TĂŒcher, Pullover und allerlei andere Projekte.
NatĂŒrlich suchen wir Filme aus, die dazu passen. Mal eine romantische Komödie, mal etwas zum herzhaften Lachen, mal ein Klassiker wie Dirty Dancing.
Es geht nicht darum, möglichst viele Reihen zu stricken. Es geht darum, einen schönen Nachmittag zu verbringen â mit einem guten Film, einem geliebten Hobby und Menschen, die diese Begeisterung teilen.
Von Studierenden bis ins Rentenalter â und alle haben etwas gemeinsam
Was mich von Anfang an besonders ĂŒberrascht hat, war die Vielfalt unserer GĂ€ste.
Da sitzen junge Studierende neben Menschen, die vielleicht schon seit Jahrzehnten stricken. Frauen und MÀnner, AnfÀnger und echte Profis. Gerade wie viele MÀnner mit ihren Strickprojekten ins Kino kamen, hÀtte ich anfangs nicht erwartet.
Besonders in der Anfangszeit, als das Maschenkino noch etwas ganz Neues war, haben manche sogar richtig weite Wege auf sich genommen. Da kamen GĂ€ste beispielsweise aus MĂŒnster nach Dortmund â mit ĂŒber einer Stunde Anfahrt, nur um dabei zu sein!
Und manchmal sind es die kleinen Beobachtungen, die einem besonders im GedÀchtnis bleiben.
Einmal stieĂ mich mein Mann Marcus wĂ€hrend einer Veranstaltung an und flĂŒsterte: âGuck mal, die Familie da!â
Ich schaute hinĂŒber. Dort saĂen eine Mutter, ein Vater und ihre drei Töchter. Alle fĂŒnf waren fleiĂig am Stricken.
Was fĂŒr ein schöner Anblick!
Meinen Marcus versuche ich ja auch immer wieder zum Stricken zu ĂŒberreden â bislang allerdings erfolglos. đ Aber da er mich bei allem anderen rund ums Maschenatelier so tatkrĂ€ftig unterstĂŒtzt, will ich mal nicht so sein. â€ïž
Eine andere Besucherin erzĂ€hlte uns, dass sie noch StrickanfĂ€ngerin sei und im Kino gar nicht stricken könne, weil sie dafĂŒr ihre Anleitung brauche. Aber sie wollte trotzdem unbedingt dabei sein.
Und genau darum geht es doch. Man muss weder perfekt stricken können noch ĂŒberhaupt die Nadeln in die Hand nehmen. Man darf auch einfach die AtmosphĂ€re genieĂen und dazugehören.
Ein bisschen Familienchaos gehört dazu â€ïž
Was viele vielleicht gar nicht wissen: Hinter unserem Maschenkino steckt nicht nur das Maschenatelier, sondern tatsÀchlich unsere ganze Familie.
Mein Mann Marcus, den einige von euch als den âWooly-Guyâ kennen, ist natĂŒrlich immer dabei. Unsere Söhne Maxi und Alex helfen in wechselnder Besetzung mit â mal der eine, mal der andere, mal beide. Und auch unsere Schwiegertöchter in spe sind regelmĂ€Ăig mit von der Partie.
Jeder packt mit an, wo gerade Hilfe gebraucht wird.
NatĂŒrlich ist so ein Kinonachmittag fĂŒr uns nicht einfach nur ein gemĂŒtlicher Ausflug. Es gibt einiges vorzubereiten, zu organisieren und hinterher wieder aufzurĂ€umen.
Aber wir machen das gemeinsam. Und vor allem machen wir es gerne.
Besonders berĂŒhrt es mich, wenn GĂ€ste uns sagen, dass sie genau das spĂŒren: dass wir als Familie mit Freude dabei sind und das Ganze von Herzen kommt.
Ein riesiges Dankeschön gehört dabei auch dem Chef der Schauburg und seinem gesamten Team. Die Zusammenarbeit macht uns unglaublich viel Freude, und es ist schön zu sehen, mit wie viel Engagement und Liebe zum Detail auch dort jedes Mal alles vorbereitet wird.
Ohne dieses tolle Miteinander wÀre das Maschenkino nicht das, was es heute ist.
Das Schönste sind die Menschen
NatĂŒrlich freue ich mich jedes Mal, wenn der Kinosaal sich fĂŒllt. Aber noch schöner sind die Begegnungen und RĂŒckmeldungen.
Erst vor wenigen Tagen schrieb uns eine Besucherin, wie sehr sie sich jedes Mal auf das Maschenkino freut, wie viel Freude ihr diese Nachmittage bereiten und bedankte sich dafĂŒr, dass wir sie immer wieder organisieren.
Solche Nachrichten bedeuten mir unglaublich viel.
Denn ursprĂŒnglich wollte ich einfach eine schöne Idee nach Dortmund holen. Dass daraus etwas entstehen wĂŒrde, auf das sich Menschen regelmĂ€Ăig freuen, hĂ€tte ich damals nicht unbedingt erwartet.
Und manchmal braucht es eben gar nicht viel: einen gemĂŒtlichen Kinosessel, ein paar WollknĂ€uel, einen schönen Film und Menschen, die dieselbe Leidenschaft teilen.
Und jetzt wird es sogar noch schafswolliger! đ
Bei unserem nĂ€chsten Maschenkino am 18. Oktober in der Schauburg Dortmund steht mit Glennkill â Ein Schafskrimi ein Film auf dem Programm, der wohl kaum besser zu einer Runde Wollbegeisterter passen könnte.
Schafe auf der Leinwand und Wolle auf den Nadeln â wenn das nicht zusammenpasst!
Ich freue mich jedenfalls schon wieder auf viele vertraute und neue Gesichter, auf das leise Klappern der Nadeln, auf gemeinsames Lachen und auf einen Nachmittag, der hoffentlich wieder genauso schön wird wie die vergangenen.
Eure Sandra â€ïž
P. S.: Mich wĂŒrde interessieren: Strickt oder hĂ€kelt ihr eigentlich auch am liebsten beim Fernsehen? Oder braucht ihr fĂŒr eure Maschen absolute Ruhe?