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Das Leben einer Selbstständigen – zwischen Farbtöpfen und Papierkram

Das Leben einer Selbstständigen – zwischen Farbtöpfen und Papierkram

Kennt ihr den Spruch „Mache dein Hobby zum Beruf und du musst ein Leben lang nicht mehr arbeiten“?

Nie mehr arbeiten? Klingt erst mal großartig, oder?

Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht. Und was soll ich sagen: Zu meinem Alltag passt manchmal eher der andere bekannte Spruch.

„Selbstständig heißt selbst und ständig.“

Selbst – aber zum Glück nicht allein

Das „selbst“ stimmt bei mir nur bedingt. Mein Mann Marcus, den viele von euch als „Woolyguy“ kennen, unterstützt mich unglaublich viel. Ohne ihn würde ich das alles gar nicht schaffen.

Trotzdem bleibt das Maschenatelier mein Baby. Ich trage die Verantwortung, muss Entscheidungen treffen und habe am Ende das letzte Wort.

Das klingt vielleicht ganz schön. Ist es aber nicht immer. Denn das letzte Wort bedeutet eben auch, entscheiden zu müssen, wenn man gerade selbst keine Antwort weiß.

Wie gut, dass ich dann jemanden an meiner Seite habe, mit dem ich gemeinsam überlegen kann.

Ständig – da ist schon mehr dran

„Handfärberin“ hört sich nach einem wunderbaren Beruf an. Und das ist es auch!
Aber zu meinem Alltag gehört einiges, das mit bunten Händen und schönen Wollsträngen herzlich wenig zu tun hat.

Gefühlt vergeht kein Tag, an dem nicht etwas Unvorhergesehenes passiert. Da sorgen neue Verpackungsvorschriften für Kopfzerbrechen. Dann kommt Post vom Zoll zu einer Lieferung aus dem Ausland, von der ich noch gar nichts weiß. Und kaum ist das geklärt, hat ein Lieferant seine Preise geändert.

Eigentlich wollte ich doch nur Wolle färben…

Stattdessen heißt es erst einmal: lesen, nachfragen, rechnen, klären. Die Farbtöpfe müssen warten.

Natürlich nehme ich mir auch Auszeiten und mache andere Dinge. Aber das Maschenatelier begleitet mich trotzdem. Eine Idee für eine Färbung, eine offene Frage, etwas, an das ich unbedingt noch denken muss – im Kopf ist oft noch Betrieb, obwohl längst Feierabend sein könnte.

Und das soll Spaß machen?

Ja. Sehr sogar.

Damit sind wir wieder bei dem Spruch vom Anfang. Wobei ich das mit dem „nie mehr arbeiten“ nicht ganz unterschreiben würde. Papierkram bleibt Papierkram, und manche Tage sind einfach anstrengend.

Aber ich liebe, was ich tue. Wenn ich färbe, Farben ausprobiere und sehe, wie aus einer Idee ein fertiger Strang wird, weiß ich wieder ganz genau, warum ich das Maschenatelier so gerne habe. Und in solchen Momenten fühlt es sich tatsächlich nicht mehr nach Arbeit an.

Und dann seid da noch ihr.

Der Austausch mit euch gehört für mich zum Schönsten an meiner Arbeit. Zu erfahren, was aus meiner Wolle geworden ist. Eure fertigen Werke zu sehen. Mich mit euch zu freuen, wenn etwas gelungen ist. Oder gemeinsam zu überlegen, wenn ein Projekt gerade nicht so will wie ihr.

Wenn ihr mir eine Freude machen wollt …

Dann schreibt mir!

Erzählt von euren Erfolgen und genauso gerne von dem, was schiefgegangen ist. Schickt mir Fotos, stellt Fragen, lasst mich an euren Projekten teilhaben.

Und natürlich dürft ihr auch gerne Wolle kaufen. Die nächste Farbidee wartet bestimmt schon auf mich.

Kurzum: Beschäftigt mich! Am liebsten mit allem, was sich aus Wolle zaubern lässt.

Eure Sandra